wegs unrichtige und höchſt menſchenfreundliche Logik nicht einlaſſen wollte, erwiederte Eccarius mit Ruhe:
„Wie Ihnen gefällig, ſind Sie grauſam, kann ich's auch ſein. Sie werden mir daher morgen unmittel⸗ bar vom Kampfplatze in das Gefängniß folgen. Ich beſitze einen Wechſel, der ehegeſtern fällig war.“
Der Baron erblaßte.
„Sind Sie indeß weniger blutgierig,“ fuhr der
Hofeommiſſair fort,„gebe ich ein halbes Jahr Ge⸗ ſtundung.“ Dem Baron, deſſen Finanzen ſich nie eines blü⸗ henden Zuſtandes zu erfreuen hatten, klang dieſer Vor⸗ ſchlag angenehm, ſo daß er ſich erweichen ließ und die menſchenfreundlichen Anſichten des Hofcommiſſairs in Betreff des Duells einleuchtend fand. Er verſprach, das Piſtöl blind zu laden.
Der Morgen des großen Tages brach an. Lang⸗ ſchädel, welchem der trügeriſche Traumgott übel mit⸗ geſpielt hatte, fuhr erſchrocken von ſeinem Lager und athmete tief und ſchwer, unterſuchte und befühlte ſich am ganzen Leibe, denn ſeinen Träumen zufolge mußte er von Kugeln wie ein Sieb durchlöchert ſein.
Punkt halb acht Uhr ſtellte ſich Eccarius ein. Er freute ſich über Langſchädel's bleiches und verſtörtes Ausſehen. Solche Strafe hatte er dieſem Bramarbas längſt gewünſcht.
„Ach Gott,“ ſeufzte der Lieutnant,„ich habe dieſe Nacht entſetzlich geträumt; glauben Sie an Träume?“
„Dummes Zeug,“ lachte Eccarius,„Blaſen einer aufgeregten Phantaſie. Betrachten Sie einmal dieſe ſüperben Kuchenreiter. Sind das nicht Prachtſtücke?“
Er hielt mit dieſen Worten Langſchädeln die mit⸗ gebrachten Piſtolen vor's Geſicht.
Langſchädel ſchauderte.


