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Entſchlüſſe gefaßt. Man wollte in Maſſe aus der Harmonie treten, eine neue Geſellſchaft bilden und ſämmtlichen Adel für unzutrittsfähig erklären. Als der Himmel den Schaden beſah, blieb Alles beim Alten. Indeß ſollte die höchſte Nobleſſe, die Créme von Neukirchen und insbeſondere Fräulein Bianca auf eine andere Art gedemüthigt werden, wie aus dem zweiten Bande dieſes lehrreichen Buchs zu erſehen iſt.
Ein Hauptraiſonneur in ſolchen geſelligen Ange⸗ legenheiten war Langſchädel. Mit dem Munde war er ſtets bei der Hand. Heute jedoch lag ihm die Duellgeſchichte zu ſehr im Sinne, als daß ihm Muße geblieben, ſich mit anderen Dingen zu beſchäftigen. Er getraute ſich kaum, das Rauchzimmer zu verlaſſen, in der Beſorgniß, mit Herrn von Steinau zuſammen⸗ zutreffen. Er guckte nur einmal ganz verſtohlen durch die Saalthüre nach den tanzenden Paaren. Hier be⸗ merkte er nicht ohne leiſes Fröſteln, wie ſein Gegner tanzend dahinwogte.
„Es iſt mir unbegreiflich,“ ſprach er für ſich,„wie man am Rande des Grabes ſo flott tanzen kann. Ein unverantwortlicher Leichtſinn, den ich mir nie habe zu Schulden kommen laſſen. Oder verläßt er ſich am Ende auch auf das vortreffliche Mittel, von dem der Hofcommiſſair ſprach? Ich glaube faſt, denn außer⸗ dem würde er ſich nicht dermaßen in den Strudel von Vergnügungen ſtürzen, ſondern ſich in die Einſamkeit zurückziehen und über Unſterblichkeit nachdenken. Er kann ſich aber auch betäuben wollen.“
Während Langſchädel über des Herrn von Steinau Tanzluſt Betrachtungen anſtellte, packten ihn plötzlich zwei Arme convulſiviſch an den Schultern. Der Lieut⸗ nant wandte ſich erſchrocken um und ſchaute in das zornrothe Geſicht des Kaufmanns Abendroth.


