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ſaßen nun völlig verlaſſen die armen bürgerlichen Mädchen und hatten das Zuſehen, wie die Nobleſſe im fröhlichen Reigen an ihnen vorüberrauſchte. Nur eine einzige Ausnahme fand Statt, welche zugleich ein neues Beiſpiel von dem an Ungezogenheit grenzenden Hochmuthe der oben erwähnten adeligen Fräuleins abgab. Es ſollte zur Francaiſe angetreten werden; für das dritte Quarré fehlte eine Dame; da eilte zur allgemeinen Indignation des Adels, ſo wie zum höchſten Erſtaunen des anweſenden Bürgerſtandes der Lieutnant von Sternberg zu der ſchönen Emilie, der Tochter des Advocaten Eberhardt, und wählte ſie zu ſeiner Tänzerin für den bevorſtehenden Tanz. Zufälligerweiſe befand ſich in dieſem dritten Quarré die ſtolze Bianca von Ponikau und kam gerade der Advveatentochter gegenüber zu ſtehen. Ein zermal⸗ mender Blick ihrer ſchönen Augen fiel auf Herrn von Sternberg; und ſie ſtand wirklich im Begriff, abzu⸗ treten, als die Muſik einfiel und der Tanz begann. Jetzt hätte man aber ſehen ſollen, mit welchem auf⸗ fallenden und ausgeſuchten Raffinement Bianca tanzte, um ihren Abſcheu gegen die bürgerliche Mittänzerin hinlänglich an den Tag zu legen. An ein Pas ihrer⸗ ſeits war nicht zu denken, und wo es die Tour mit ſich brachte, daß ſie der Advvcatentochter die Hand zu reichen hatte, zog ſie letztere mit auffälliger Abſicht zurück. Sie würdigte das bürgerliche Mädchen keines Blicks und gab ihr Mißbehagen über Emilien's An⸗ weſenheit überhaupt ſo deutlich zu erkennen, daß dem tief gekränkten Kinde die Thränen nahe waren, welche nach beendigtem Tanze unaufhaltſam hervorbrachen. Dieſer Vorfall, welcher bald unter den Bürger⸗ lichen bekannt wurde, erregte große Senſativn. Man raiſonnirte wieder fürchterlich; es wurden heroiſche


