Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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ins Leben getretenen Communalgarde. Was ihm nächſt ſeiner Sportelſchreiberei am meiſten eintrug, das war ſeine Fertigkeit im Notenſchreiben; hier gab es immer Etwas zu thun.

Kappler verwaltete jedes ihm obliegende Amt mit wahrhaft ängſtlicher Pünktlichkeit und Gewiſſenhaftig⸗ keit; zugleich war er der loyalſte und friedfertigſte Bürger von Neukirchen. Gegen ſeine Vorgeſetzten hegte er eine unbegrenzte Ehrfurcht; darum zuckte er auch unwillkürlich zuſammen, als Röschen den Stadt⸗ richter ſeinen hohen Chef als Billardſpieler nannte. Kappler fürchtete ſchon, Herr Kleinſimon könnte es übel bemerken, daß ſein Sportelſchreiber ſo zeitig die Tabagie beſuche.

Doch wie jeder Menſch ſeine Schwächen und Ei⸗ genheiten, ſo auch unſer Kappler. Er, die friedlie⸗ bendſte, liebevollſte, höflichſte Seele, konnte in Zorn gerathen, ſeiner frommen Zunge konnten Bitterkeiten entſchlüpfen, wenn man die Unvorſichtigkeit beging, die Geſundheit und Stärke ſeiner Bruſt im Geringſten in Zweifel zu ziehen.

Wie die meiſten Menſchen, welche ſchmächtig ge⸗ baut und von Jugend auf hinter den Schreibtiſch gebannt ſind, an ſchwacher Bruſt leiden, ſo auch Kappler. Er war, ſo lange man ſich ſeiner zu er⸗ innern wußte, mit Engbrüſtigkeit, kurzem Athem und Hüſteln geplagt. Nichtsdeſtoweniger behauptete er, im Beſitze der kerngeſundeſten Bruſt und ausdauernd⸗ ſten Lungen von ganz Neukirchen zu ſein. Es ſei ihm, ſprach er vft aus, lange nicht eine ſo felſenfeſte Geſundheit vorgekommen, wie er ſich Gott ſei Dank in hohem Grade zu erfreuen habe. Machte nun Je⸗ mand bei dieſen Worten ein nachdenkliches, zweifel⸗ haftes Geſicht, ſo ging Kappler ganz aus ſeiner Na⸗