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ſtervertiefung hinter einem Glaſe ſogenannten Erlan⸗ ger Bieres ſaß.
Fürchtegott Amadeus Kappler war von gottes⸗ fürchtigen Eltern, ehrlichen Leinwebern, noch im vori⸗ gen Jahrhunderte geboren. Er hatte ganz den recht⸗ ſchaffenen Sinn ſeiner Eltern geerbt, machte ſchon als Knabe ſeinen Lehrern durch Sittſamkeit und Fleiß Freude. Obſchon er in geiſtigen Anlagen von der Mutter Natur nicht eben verſchwenderiſch ausgeſtattet war, zeichnete er ſich durch ſeine nette Handſchrift, ſo wie durch ſein Rechnengenie ſchon unter ſeinen Mit⸗ ſchülern vortheilhaft aus. Nach einer trüben, in bittrer Armuth verlebten Jugend, nach freudeloſen Jünglings⸗ jahren, wo ſeine Zeit und ſein unermüdlicher Fleiß von einem hartherzigen Advokaten gewiſſenlos ausgebeu⸗ tet worden, war dem Glücklichen endlich der große Wurf gelungen, wohlbeſtallter Sportelſchreiber auf dem Neu⸗ kirchner Stadtgerichte zu werden, mit ſechzig Thaler fixen Gehalt. Lange iſt wohl dem lieben Gott von einem Sterblichen nicht ſo herzinniger Dank dargebracht wor⸗ den als von unſerm Kappler, da er die Ernennung zum Sportelſchreiber in ſeinen vor Freude zitternden Händen hielt. Der kühnſte Traum ſeines Lebens war in Erfüllung gegangen und als guter Sohn theilte er redlich ſein Einkommen mit ſeinen alten Eltern, als dieſe nichts mehr zu verdienen vermochten. Aber außer der Sportelſchreiberei verwaltete Kappler mit Gewiſſenhaftigkeit noch mehre kleine Aemtchen, die ihm allerdings nur ſehr wenig einbrachten. Er war Agent der Gothaiſchen Lebensverſicherungsgeſellſchaft, Caſſirer der ſtädtiſchen Armenbeiträge, Gotteskaſtenvorſteher, Subſubeollecteur der Landeslotterie, ſo wie auch Fvurier bei der in Neukirchen ſeit den Unruhen von 1830
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