Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Billardſtube grenzte, aufthat und ein männliches We⸗ ſen mit einem ziemlich unſichern Bückling hereintrat. Erſt nachdem ſich der Ankömmling vermöge ſeiner blö⸗ den Augen überzeugt hatte, daß Niemand im Zimmer anweſend, erkannte er, wie er diesmal ſein devotes Compliment hätte erſparen können. Der Eingetretene war ein Mann in den mittlern vierziger Jahren, von nicht langer, aber ſchmächtiger Statur, hagerm und äußerſt freundlichem und wohlwollendem Geſicht. Seine ganze Haltung verrieth Unſicherheit und Schüchternhett. Er trug einen langen hechtgrauen Rock, gelbliche Weſte und weißes Halstuch. Sorgfältig hing er ſeine Mütze ganz in die Ecke an einen daſelbſt befindlichen Hut⸗ halter und ſtellte den Stock ſo geräuſchlos als möglich in den Winkel daneben.

Nachdem er dies Geſchäft vollendet, nahte er ſich einige Schritte der halbgeöffneten Thür, welche nach dem Billardzimmer führte, und ſchaute aus einiger Entfernung mit vorgebeugtem Kopfe durch die Oeff⸗ nung nach dem billardſpielenden Stadtrichter und Apotheker, welche beide Honoratioren er jedoch bei ſeinem kurzen Geſicht nicht zu erkennen vermochte.

Wenn ein Stammgaſt in das Zimmer das Raths⸗ kellers trat und nicht ſogleich Bedienung anweſend war, tobte und ſpectakelte er, von ſeiner durſtigen Seele getrieben, in der Regel ſo lange, bis ein dienſt⸗ barer Pamphilio erſchien und ſeine Wünſche befrie⸗ digte. Der Eingetretene, obſchon er gleichfalls zu den getreuſten Stammgäſten gehörte, liebte dieſe rauhe Sitte nicht, ſondern wartete mit Geduld und ſtiller Beſchei⸗ denheit, bis das Ungefähr einen Bier ſpendenden Engel in ſeine nächſte Nähe führen werde, wo er dann weit mehr bittend als befehlend ſeine beſcheidenen Wünſche an den Mann brachte. So auch diesmal. Eine ge⸗

Stolle, ſämmtl. Schriften. vI. 2