Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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theils auch wegen ſeiner mannigfachen Inwohner iſt und bleibt aber das Rathhaus, welches ſich frei und unabhängig mitten auf dem ziemlich geräumigen Markt⸗ platze erhebt. Trotz der Flammen, die einſt ringsum wütheten, war es unverſehrt geblieben und blickt nun wie ein ehrwürdiger Greis auf ſeine zahlreiche Fa⸗ milie, die junge Stadt herab.

Vor alten Zeiten ſoll dieſes Rathhaus mit einem ſtattlichen Thurme verziert geweſen ſein. Dermalen iſt leider nichts mehr davon zu erblicken. Die vor⸗ ſichtigen Neukirchner trugen ihn ab, als er alt und ſchwach geworden. Sie wollten lieber auf eine Zierde ihrer Stadt verzichten, als ſich dieſelbe unverſehens auf den Kopf fallen laſſen. Die Thurmuhr, welche etwas tiefer angebracht iſt, beſteht zwar heutiges Ta⸗ ges noch, entſpricht aber durchaus nicht den Anfor⸗ derungen, die man heutzutage an eine Thurmuhr zu machen berechtigt iſt. Erſtens iſt der Zeiger mit dem Schlagwerke trotz aller deshalb angeſtellten Bemühun⸗ gen der ſtädtiſchen Behörden nie in Einklang zu bringen. Sind die beiden nur eine Viertelſtunde aus einander, ſo können die Neukirchner von Glück erzählen. In der Regel ſchlägt dieſe höchſt ſonderbare Rathhaus⸗ uhr Dreiviertel, während der Zeiger unbekümmert auf Einviertel ſteht; und umgekehrt. Es haben dieſe Ab⸗ weichungen des Weiſers mit dem Schlagwerke ſchon zu den verwickeltſten Prozeſſen die Veranlaſſung ge⸗ geben, da die Rathhausuhr bekanntlich als officieller Zeitmeſſer in Neukirchen angenommen iſt. Das Schlag⸗ werk leidet außerdem an der Untugend, daß ihm ſchon ſeit langen Jahren ein Zahn abhanden gekommen iſt. Bis ſechs Uhr geht Alles gut. Weiter hinaus tritt jedoch eine ſchmerzliche Pauſe ein, weil gerade derje⸗ nige Zahn ſeit. dem ſiebenjährigen Kriege in Hinweg⸗