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bäume duften, das Wehr in der Ferne rauſcht und die Nachtigall aus dem Buchenwald in langgezogenen Tönen herüberſchlägt.
Segenſchwer wogt es während der Sommermonate im Thale, und wenn der Herbſt über die Berge zieht, ſinken die Aeſte ſchwerbelaſtet zur Erde. Im October geht dann das Laub in jene rothen und gelben Far⸗ ben über, die der Landſchaft ein eigenthümliches Co⸗ lorit verleihen. Blatt für Blatt wird allmälig durch die herbſtlichen Nebel von den Bäumen geknickt, bis die losgelaſſenen Novemberſtürme die letzten Locken des geſtorbenen Frühlings von den Aeſten reißen und zur Erde werfen. Zur heiligen Weihnachtzeit liegt dann das Thal in die weiße weiche Schneedecke gebettet und gewährt den Anblick der reinſten ſilberklaren Win⸗ terlandſchaft.
Am Ausgange der beſchriebenen 2 dſchaft, da wo die einander ſo nahe kommen, daß die Werla (ſo heißt das Flüßchen, welches im hohen Gebirg ent⸗ ſpringt und ſeinen Namen von dem Hammerwerke Werla führt) den felſigen Fuß berührt, liegt das ge⸗
werbthätige Städtchen Neukirchen, zum Oberwieſenthal gehörig. Stattlich grüßt der erſt nach dem letzten Kriege in der Oberſtadt wieder aufgebaäute Thurm der Marienkirche in das Thal hinaus, wäh⸗ rend der unförmliche, geſchmackloſe und baufällige Thurm der Kloſterkirche kaum bemerkbar über die Wohnhäuſer hervorragt. Dafür iſt das Geläut auf letzterem um ſo wohlklingender; auch genießt er das Vorrecht, daß in den Sommermonaten allabendlich von ſeinen altergrauen Zinnen die untergehende Sonne mit einem Choral begrüßt wird.
Das Städtchen Neukirchen zählt in fünfhundert Häuſern ungefähr viertauſend Einwohner, ein fleißi⸗


