Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Erſtes Rapitel.

Lage und Umgebung des Städtchens, woſelbſt die Pickwickier ſeßhaft. Seine Bewohner und geſellſchaftlichen Zuſtände.

Dene Dir, mein Leſer, ein anmuthiges Thal, in ländlicher Stille gelegen, rings im Unkreiſe einer Stunde von dunkelgrünen Waldbergen umgeben; die korn⸗ und obſtreiche Thalebene von einem blauen Flüßchen durchſchnitten, das gerade groß genug, ei⸗ nen Fiſcherkahn zu tragen und einige Mühlen zu trei⸗ ben, und deſſen Wellen ruhig zwiſchen ſchattigen Ufern dahinfließen.

Faſt zu jeder Jahreszeit gewährt dies durch ſeine Lage von der übrigen Welt ziemlich abgeſchloſſene Thal ſeinen eigenthümlichen Reiz. Mit Entzücken ruht das Auge auf dem ſtillen Paradieſe, wenn die Frühlings⸗ ſonne die erſten Blüthen hervorruft, der Lerchenhim⸗ mel ſich erſchließt und die grünen Wieſen ihre Gold⸗ und Silberglöckchen aufſtecken; und welchem poetiſchen Gemüthe wäre nicht ein ſolcher Erlengang zu wün⸗ ſchen, wie er am Ufer des Fluſſes aufwärts nach den alterthümlichen Ruinen eines Benedictinerkloſters führt, namentlich in einer Frühlingsnacht, wenn der Mond in Sabbathſtille über den Bergen ſteht, die Linden⸗

Stolle, ſämmtl. Schriften. VI. 1