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delbaum zum funfzigſten Male die goldnen Augen aufſchlug, bin ich daher gewandelt nach Buchenthal mit dem alten Mandelzweige, habe ihn niedergelegt auf Eliſabeth's Grab, und bewieſen, daß der Traum der Liebe doch mehr als Traum ſei.“
Andreas ſchwieg. Die Nacht war herabgeſunken; oben leuchtete der Frühlingshimmel in ſeiner Wun⸗ derpracht. Tiefes Schweigen. Hieronymus hatte die Lampe in der Laube angezündet.
Da nahm der greiſe Haushofmeiſter von Buchen⸗ thal das Wort:„So iſt das Gebet langer Jahre doch erfüllt worden; ich habe den heutigen Tag er⸗ lebt und kann meine Botſchaft ausrichten von Eli⸗ ſabeth.“
Nach einer Pauſe fuhr er fort:„Ihr habt die wahre Urſache von Adalbert's Tode nie erfahren. So wißt, ſeine Liebe zu Euch war ſein Tod. Als Ihr Buchenthal ſchleunigſt verlaſſen vor funfzig Jah⸗ ren, bleichte ſeine Wange von Tag zu Tage. Ein tiefer Seelenſchmerz nagte in ſeinem Innerſten. Es war der Gedanke, Euch hinaus getrieben zu haben über das Weltmeer, in Kampf und Tod. Und als ſeine wiederholten Briefe unbeantwortet blieben, ver⸗ ließ er Gattin und Alle und machte ſich ſelbſt auf den Weg nach dem fernen Lande. O, ſein großes Herz war bereit, das höchſte Opfer zu bringen, das die Freundſchaft zu bieten vermag. Gott wollte es anders. Auf dem Weltmeere übereilte ihn ein Or⸗ kan, der Schiff und Mannſchaft in den Wellen be⸗ grub. Wir ſahen den Edelſten nie wieder.
„Lange wagten wir nicht, der hinwelkenden Euiſa⸗ beth die entſetzliche Nachricht mitzutheilen. Endlich mußte ſie es doch erfahren; und wie die Blume, über die der Frühlingsſturm daher brauſt, knickte ſie zu⸗


