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und immer ſcheuer floh Eliſabeth, und immer wilder tobte der Kampf in meinem Innern.
„Fort von hier, rief eine Stimme in mir; aber der Gedanke, ſiè zu verlaſſen, peitſchte mich mit Gei⸗ ßeln der Hölle.
„So verſchlichen zwei Tage. Am Morgen des drit⸗ ten ging ich voll Verzweiflung in meinem Zimmer auf und nieder; da trat Adalbert herein; ich hatte mit ihm am vorigen Tage kaum ein paar Worte ge⸗ ſprochen. Er trat an das Fenſter und blickte ſchwei⸗ gend hinaus. Wie eine Felslaſt lag es auf meiner Bruſt. Ich hielt mich für den todeswürdigſten Ver⸗ brecher, der hohen, edeln Geſtalt des Freundes ge⸗ genüber; ich wagte nicht, ihm unter die Augen zu treten. Adalbert ſprach kein Wort; ich blickte endlich ſchüchtern nach ihm. Er blieb in derſelben Stellung. Mir ward immer peinlicher. Ich nahte ihm einige Schritte. Da wandte er langſam das Haupt; die hellen Thränen ſtanden in ſeinen Augen. Ich war außer mir; noch nie hatte ich den edeln, männlichen Freund weinen ſehen. Adalbert— rief ich, mit er⸗ ſticter Stimme, und ſtreckte flehend die Hand nach ihm. Lange, lange blickte er auf mich. O, in die⸗ ſem Blicke lag mein ganzes Verbrechen. Sein treues Auge ruhte auf mir, voll tiefer Liebe und voll tiefen Grams. Er preßte meine Hand krampfhaft an ſeine Bruſt:
„Andreas— ſprach er— ſtöre meinen Frieden nicht. „O, der Ton, mit dem er dieſe Worte ſprach, nie hab ich ihn vergeſſen, nie werd' ich ihn vergeſſen. Ich ſtürzte in ſeine Arme und weinte lange an ſeiner Bruſt. Du, Edelſter, rief ich, wie ſchwer hab' ich mich an Dir verſündigt!


