Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Hof trat. Ich war außer mir, daß ich ſie beleidigt haben könnte und hörte nur zerſtreut auf die Erzäh⸗ lung des Freundes, nicht bemerkte ich, wie der Ton ſeiner Stimme immer beſorgter wurde.

Plötzlich ſchwieg er. Iſt Dir unwohl, Andreas? frug er mit Beſorgniß und die innigſte Theilnahme malte ſich in ſeinen treuen, lieben Zügen. Ich ver⸗ neinte. Eliſabeth ſah ich dieſen Abend nicht wieder.

Ich mußte ſie ſprechen, ich mußte ſie verſöhnen, ich mußte gewiß ſein, daß ſie den Ausbruch meines liebenden Wahnſinns verzeihe. Als der junge Mor⸗ gen den Garten vergoldete, eilte ich hinab. Sie wan⸗ delte gern in früher Morgenſtunde in thauumglänz⸗ ten Gängen; ich hoffte ſie zu treffen.

Es war heilige Frühe. Die Sonne noch nicht aufgegangen, aber ein flammendes Morgenroth, das hinter den Waldbergen emporſchlug, verkündete ihre Nähe. Eine erquickende Kühle ruhte über dem Gar⸗ ten. Alles war ſtill, Niemand weit und breit zu er⸗ blicken. Ich durcheilte die langen Gänge, durchſpähte alle Partieen des Parkes und des Gartens und ge⸗ langte endlich an die mandelumkränzte Raſenrotunde. Hier überraſchte mich ein wunderlieblicher Anblick. Viele der Purpurknospen waren dieſe Nacht aufge⸗ blüht und blickten, Freudenthränen im Auge, zum Morgenroth. Ich freute mich, dieſe Botſchaft Eli⸗ ſabeth zuerſt überbringen zu können und kehrte zum Herrenhauſe zurück, wo es unterdeß lebhafter gewor⸗ den war. Adalbert ſah aus dem Fenſter, bot mir einen guten Morgen und rief mich zum Frühſtück. Mit Beklemmung trat ich in das Familienzimmer, das von der Morgenſonne freundlich erhellt war. Adal⸗ bert kam mir entgegen, umarmte mich innig und frug nach meinem Befinden. Er war ſo mild und lieb⸗