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wiederſehen, nach langer Trennung, der mir das Theuerſte auf Erden, meinen Lehrer, meinen Freund, meinen Engel. Ich ſollte mich erquicken an den lie⸗ ben, theuren Zügen, die mir ſo oft Troſt und Be⸗ ruhigung gelächelt in trüben Stunden. Ich über⸗ rechnete, wie lange wir uns nicht geſehen, und konnte nicht begreifen, wie ich die lange Trennung ſo ge⸗ duldig habe ertragen können. Gedachte ich aber Eli⸗ ſabeth's, ſo überkam mich große Verzagtheit, wie ich dieſem engelhaften Weibe ſollte gegenübertreten. Wie⸗ wohl Adalbert ihrer ſeit einem Jahre weniger gedacht, und ihr Bild etwas zurückgetreten war, ſo behaup⸗ tete ſie nach dem Freunde doch den erſten Platz in meinem Herzen. Ich ſprach mir Muth ein; ich ge⸗ dachte ihres trefflichen Gemüths; ich wiederholte mir die Worte aus einem der früheren von Adalbert's Briefen:„Wenn ſie zu mir aufſieht, wird mir ſo wohl, ſo gut; ich glaubte, ſie würde den Verbrecher mit einem einzigen Blicke, aus dem alle Himmel der Ver⸗ ſöhnung lächeln, zur Tugend zurückführen.“
„Endlich erreichte ich die letzte Anhöhe, von wo man Buchenthal im Thale liegen ſieht. Frendezit⸗ ternd ſchritt ich die blühende Kaſtanienallee dahin. Schon ſah ich die grünen Jalouſieen des Herrenhau⸗ ſes gaſtlich daherſchimmern.
„Iſt mir's doch wie heut— unterbrach hier der Achtzigjährige mit bewegter Stimme— ich war da⸗ mals Gärtner bei'm ſeligen Adalbert und begoß die grünen Salatbeete, als Ihr um die blühende Jas⸗ min- und Schneeballenhecke bogt. Ihr waret ein ſtattlicher junger Herr, ſo recht geſchaffen, den Mäd⸗ chen das Herz wirbelig zu machen. Ich dachte es gleich, der Beſuch gilt uns. Die gnädige Frau füt⸗ terte die Tauben im Hofe. Ich rief ihr noch zu:


