Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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mal unbekannter Weiſe grüßen. O, nie hab' ich die⸗ ſen einfachen Gruß vergeſſen; er legte ſich, wie beſe⸗ ligend an mein Herz. Ich fühlte mich reiner, heiliger.

Dem Adalbert verbarg ich die Stimmung meines Innern nicht. Ich geſtand ihm offen, daß er ſeine Eliſabeth unmöglich inniger lieben könnte, als es bei mir der Fall wäre; daß ich unglücklich ſein würde, wenn ich wüßte, daß dieſe Himmliſche einem Ande⸗ ren als ihm zu Theil geworden. Adalbert antwor⸗ tete: daß er meine Worte mit meinen Handlungen nicht ganz in Einklang zu bringen vermöchte, ſonſt würde ich es möglich gemacht, ihn beſucht und bei dieſer Gelegenheit Eliſabeth kennen gelernt haben. Zugleich fürchtete er, daß meine Phantaſie mir wie⸗ der einen Streich geſpielt habe; Eliſabeth ſei durch⸗ aus kein überirdiſches Weſen, ſondern ein recht hüb⸗ ſches, ſinniges und geiſtreiches Mädchen. Doch er⸗ wähnte er ihrer ſeitdem ſeltener in ſeinen Briefen.

Binnen Jahr und Tag war Eliſabeth Adalbert's Gattin. Sie zogen nach Buchenthal, wo mein Freund, im Beſitze eines beträchtlichen Vermögens, als Landwirth ein freies unabhängiges Leben führte.

Länger durft' ich meinen Beſuch nicht verſchieben, wollte ich den Freund nicht kränken. Ich hatte meine akademiſchen Studien beendet, und mein erſter Aus⸗ flug war nach Buchenthal.

O, es war ein reicher, blüthenſchwerer Frühling, der Frühling vor funfzig Jahren; es iſt mancher ſeitdem über die Erde gegangen; aber ich entfinne mich keines ſchönern. Ich durchwanderte froh und ſelig die blumengeſtickten Lande und Thäler; aber je

näher ich Buchenthal kam, deſto lauter pochte mein

Herz in unſagbarem Entzücken. Ich ſollte ihn ja

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