beſchreiben, Adalbert's Bild nur in ſchönerem Lichte zeigen würde; ich verſchweige die vielen rührenden Züge aus dem Charakter dieſes Edeln, wovon ein einziger hinreichend geweſen, ihm die Liebe jedes gu⸗ ten Menſchen für immer zu ſichern, und komme auf ein Begebniß, das auf mein ganzes langes Leben einen unverlöſchlichen Eindruck zurückgelaſſen, das, wie ein Himmelston aus jener Welt, mein ganzes Da⸗ ſein, bis auf den heutigen Tag, durchklungen hat. „Es war fünf Vierteljahr nach Adalbert's Abgange von der Univerſität, als ich aus ſeinen Briefen— wir hatten kein Geheimniß vor einander— gewahrte, wie ſich in ſeiner Bruſt ein Intereſſe für ein Fräu⸗ lein Eliſabeth von S. zu regen begann. Ich ward anfangs ordentlich eiferſüchtig, daß ein zweites We⸗ ſen auf die Liebe des Freundes Anſpruch zu machen ſchien; ich beneidete die glückliche Sterbliche von gan⸗ zer Seele. Aber je klarer Eliſabeth's Bild aus den Briefen hervortrat, je inniger ich mich mit ihrer Seele befreundete, deſto ruhiger ward ich, deſto wohler ward mir. Ja, ſie war ſeiner werth. O, noch nie hatte eine weibliche Erſcheinung einen ſolchen Eindruck auf mich zurückgelaſſen, mein ganzes Sein ſo in Anſpruch genommen. Es war nicht das angenehme Intereſſe, wie man es für eine junge und liebenswürdige Dame empfindet; es war jene reine, heilige Achtung, wie wir ſie einem Weſen zollen, das, ob der himmliſchen Seele in reizender Jungfrauengeſtalt hoch und uner⸗ reichbar vor uns ſteht. Und Adalbert hatte ſein Mädchen nicht mit pvetiſchen Hyperbeln des Liebenden gezeichnet, ſondern einfach und natürlich, in ihrer Häuslichkeit; aber deshalb um ſo anziehender. „Mein Freund mußte der Geliebten von mir er⸗ zählt haben; in einem der Briefe ließ ſie mich ein⸗
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