Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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nicht glücklich. Ich ſtand einſam in der Menſchen⸗ wüſte. Da war Niemand, der meine Begeiſterung theilte, Niemand, der meine Liebe erkannte. Man lächelte mitleidig. Ich war ein Schwärmer, ein Phan⸗ taſt. O, nach einem langen halben Jahrhundert habe ich's nicht vergeſſen, wie ich mich einmal gegen einen gelehrten Mann warm redete über Völkerwohl und Menſchenglück, wie er ſo ruhig blieb und mir kalt und klar auseinander ſetzte und bewies, daß alle meine Ideen Hirngeſpinnſte und unausführbar wären. Ich hab' es vergeſſen, wie man meinen Lieblings⸗ dichter, für den ich mein Leben dahingegeben hätte, mit giftigen Zangen der Kritik aus meinem Herzen riß; wie man die goldene Rede ſeines liebevollen Mundes mißdeutete, ſeinen Charakter verdächtigte. Ich hab' es nicht vergeſſen, wie einſt Buben einen Hund in's Waſſer warfen, um ſich an dem Todes⸗ kampf deſſelben zu weiden, wie ich das gequälte Thier aus dem Fluſſe rettete und Spott und Hohnlachen der am Ufer Stehenden hinter mir her tönten. Dann floh ich in die Einſamkeit, Thränen ſtürzten hervor. Ich ſah einen Stern nach dem andern, die mir ſo tröſtend geleuchtet, erbleichen; ein ſchönes Ideal nach dem andern in Nebel zerfließen. Unnennbarer Schmerz überkam mich. Iſt denn Alles nur Traum? rief ich aus; und dann war mein ſtilles Bücherzimmer— es ging nach dem Garten hinaus— der einzige Ort, wo ich Ruhe fand. Ich las das Leben guter und großer Menſchen und glaubte von Neuem an das Heilige.

„Da erfüllte der Himmel mein jahrelanges heißes Gebet. Mir ward ein Sterblicher, der mich verſtand. Adalbert war fünf Jahre älter. Wohl gewaltiger

glühte in ihm die Begeiſterung; aber die Flamme