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Nur eine Partie des Gartens war ſorgfältig er⸗ halten. Es war eine kleine Rotunde von grünem Raſen, rings umkränzt mit ſchönen blühenden Man⸗ delbäumen. Inmitten der blühenden Mandeln, im Schatten eines roſenrothen Frühlings aber erhob ſich ſtill und einſam ein ſchmuckloſer Grabhügel; nur eine einfache Breterbank ſtand daneben.
In ſieben ſilbernen Schlägen klang die ſiebente Morgenſtunde vom Herrenhauſe herüber— da trat Andreas zum Grabe und legte den uralten Mandel⸗ zweig darauf nieder.„Eliſabeth,“ ſprach er leiſe,„hier bring' ich Dir den Zweig wieder; ſiehſt Du: der Traum der Liebe iſt doch mehr als Traum.“
Noch lange ſah man den Greis auf der kleinen Breterbank am Grabe weilen.
Als der Abend gekommen war, ſaßen die beiden Alten in der Laube am Ende des Gartens. Sie war umblüht von den weißen und violetten Trauben des Fliederbaums; die Abendröthe malte die Gegend mit roſigem Lichte; es ward ſtill, aus entfernten Dör⸗ fern klangen Abendglocken durch die Frühlingsluft.
Da ſprach nach langem Schweigen Andreas:„Fülle die Becher, Hieronymus, ich will jetzt eine Geſchichte erzählen aus meinem Leben.“ Der Jüngling füllte die Becher; ſie klangen an einander und Andreas be⸗ gann:
„Es find an die fünfzig Jahr und darüber, als ich das väterliche Haus verlaſſend hinaustrat auf den Markt des Lebens, mit hoher Begeiſterung für alles Große und Herrliche, mit einem Herzen voll Liebe und einer Phantaſie voll Ideale; aber ich war darum


