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Wie eine getnickte Lilie ſank bei dieſen Worten Adeline zuſammen.
„Emil!“ ſchrie außer ſich die Mutter und wollte den Unglückspropheten hinwegreißen, aber der Schreck lähmte alle Glieder.
„O meine Schweſter, meine Schweſter,“ rief in Thränen ausbrechend Pauline und ſank laut weinend zu Adelinens Füßen nieder.
6.
Es war in den Vormittagsſtunden des folgenden Tages, als die Familie um Adelinens Bette verſam⸗ melt war. Todtenſtille herrſchte, nur von dem leiſen Weinen der Mutter und Geſchwiſter unterbrochen. Am heftigſten gab Heinrich ſeinen Schmerz zu erken⸗ nen. Er war todtenähnlich am Bette der Schweſter niedergeſunken; denn die Krankheit Adelinens, die er bisher für Einbildung gehalten, war furchtbarer Ernſt geworden. Der heftige Schreck der geſtrigen Ent⸗ deckung, und was das Schlimmſte, die durch den blü⸗ henden Baum angezeigte Nähe des Todes, welche bei Adelinen durch keinen Vernunftgrund weg zu dispu⸗ tiren war, übte fortwährend einen ſo nachtheiligen Einfluß, daß ſelbſt der Arzt an einem Wiederaufkom⸗ men zu zweifeln begann. Sinnend ſaß er am Bette und beobachtete den Puls der Kranken, die in einem leichten träumeriſchen Halbſchlummer lag. Nach einer Weile ſtand er auf, winkte dem Baron, der in dumpfen Schmerz verſunken am Bette ſtand, und die Beiden entfernten ſich.
„Meine Kunſt iſt zu Ende,“ ſprach Erſterer, als


