Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Ich habe die beſte Hoffnung, ſprach er im Vor⸗ zimmer zu ſeinem Begleiter,auf baldige Wiederher⸗ ſtellung von Fräulein Adeline; nur bitte ich, ſie ſorg⸗ fältig vor allen heftigen Affecten zu bewahren, die bei den reizbaren Nerven der Kranken den Zuſtand leicht verſchlimmern könnten.

Mutterchen, bat Pauline ſchmeichelnd,wir ſind jetzt wieder allein, darf nicht der arme Emil ein we⸗ nig herein, er will gern ſein Adelchen einmal ſehen?

O gewähr' ihm, bat auch dieſe ſanft,er ſtört mich wirklich nicht.

Nun, wenn er ſich fein ruhig verhält, ſprach die Mutter,und nicht ſo unerträglich rumort, wie es ſeine Art iſt, mag er hereinkommen; außerdem gleich wieder: Rechts um kehrt euch.

Pauline hüpfte hinaus und kehrte, das vierjäh⸗ rige Neſthäkchen der Familie an der Hand zurück.

Nun, komm' zu mir, Emil! ſprach Adeline freund⸗ lich.Willſt Du mir kein Händchen geben?

Aber das ſonſt ſo lebhafte Kind war wie umge⸗ wandelt. Es blieb ſchüchtern in der Ferne, und ſah mit Blicken voll tiefer Wehmuth nach der kranken Schweſter.

Nun da' haſt Du ja Dein Adelchen, nach der Du ſo verlangt, ſprach koſend Pauline, und führte den Kleinen zu Adelinen.

Doch kaum hatte das Kind das blaſſe Händchen der Schweſter, das ſie ihm hinreichte, erfaßt, als es bitterlich zu weinen anfing.

Herzensjunge, was iſt Dir denn? frug Pauline beſorgt und kauerte zu ihm nieder.

Ach Adelchen, rief nun das Kind unter lautem Weinen,Du ſtirbſt uns, Dein Geburtstagsbäumchen blüht auf dem Gute d'rum iſt auch der Vater hinausgefahren..