Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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güte, wie mir der alte treue Diener erzählte, der Grund zu ſeinem Menſchenhaſſe ſein. Man hat ſie ſein gan⸗ zes Leben in ſolchem Grade gemißbraucht, der brave William, ſo iſt ſein Name, iſt dergeſtalt hintergan⸗ gen, betrogen und mit Undank belohnt worden, daß er am Ende allen Glauben an gute Menſchen verlo⸗ ren und der Haß gegen das falſche Geſchlecht und die Begier, es unſchädlich zu machen und zu vertilgen zur ſixen Idee geworden iſt. Der ſpleenige Charakter ſeines Volkes mag dazu ebenfalls beigetragen haben.

Wo logirt denn Herr William? frug Pauline.

Auf der Bergſtraße im Eberſtein'ſchen Hauſe, erwiederte der Arzt.Wollen Sie den Menſchenfreſ⸗ ſer, frug er lächelnd,vielleicht in der Nähe beſehen?

Ich bin überzeugt, daß Ihr reizender Anblick allein

hinreichen würde, dem Miſanthropen freundlichere Ideen über das gehaßte Geſchlecht beizubringen, wenigſtens was die ſchönre Hälfte deſſelben anbelangt.

Die arme Pauline ward blutroth bei dieſem Com⸗ pliment und bereute ihre Frage; doch ſagte ſie ſchüch⸗ tern:Auf der Bergſtraße fließt ja auch unſer Röhr⸗ waſſer; Herr Doetor, verhüten Sie ja, daß Herr William nicht etwa an dieſem Waſſer ſeine Epperi⸗ mente anſtellt..

Hier mußte ſelbſt der Baron recht herzlich lachen.

Unbeſorgt, liebes Paulinchen, tröſtete der Arzt, es wird hoffentlich ſo ſchlimm nicht werden. Viel⸗ leicht, fügte er ernſter hinzu,daß es gelingt, auf pſychologiſchem Wege Herrn William von ſeiner men⸗ ſchenfeindlichen Anſicht zu curiren; wiewohl ich bisher über das Wie mir vergebens den Kopf zerbrochen habe.

Man ſprach noch Manches über den ſonderbaren Kranken, worauf ſich der Arzt empfahl und vom Ba⸗ ron begleitet, das Zimmer verließ.