Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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ab. Die nervenſchwache Adeline, der dies bald uner⸗ träglich wurde, gab durch Zeichen mit der Hand zu verſtehen, der Bruder möge ſich ruhig verhalten. Pau⸗ line floh deshalb bittend an ſeinen Hals.*

Ihr Eigenfinn wird mich noch aus dem Hauſe jagen, grollte Heinrich.Weil ich ihr zuweilen die Wahrheit ſage, mag ſie mich nicht leiden.

O ſie iſt ſo krank! beſchwor Pauline mit Thrä⸗ nen in den Augen.

Krank? krank? murmelte der Bruder ziemlich vernehmbar; Einbildung iſt's, nichts weiter. Mür⸗ riſch verließ er das Zimmer. Adeline aber war bei ſeinen letzten Worten wie eine ſchöne Leiche in den Lehnſtuhl zurückgeſunken, und nur Paulinen, dieſem himmliſchen Kinde, konnte es gelingen, die Kranke wieder zu beruhigen.

Unterdeß war Hannchen, das Kammermädchen her⸗ eingekommen und brachte die Nachricht, daß vor Kur⸗ zem Herr Felix vom Gute mit dem gnädigen Herrn eine ganz geheime Unterredung gehabt.

Felix? frug Pauline verwundert und auch Ade⸗ line hörte mit Aufmerkſamkeit zu,das. ſelt⸗ ſam, was will denn der jetzt?

Ja, und ganz heimlich haben ſie geſprochen; es

muß was ganz Außerordentliches ſein, verſicherte Hannchen. 5 Adelchen, das müſſen wir wiſſen, rief Pauline in drolligem Tone, und die Kranke neigte zuſtimmend lächelnd ihr ſchönes Haupt.

3.

Am andern Tage ſah man den Baron von Eich⸗ berg ganz allein nach ſeinem Stammſitze fahren. Fe⸗