„Ja, beſte Frau Catharine, wir können alle un⸗ glücklich werden durch den gottloſen Hausverwalter,“ ſchluchzte Liſette;„ich bin frommer Leute Kind. Man hat Exempel.“
„Man hat Exempel,“ bekräftigte Lips,„wo die ganze Hausgenvſſenſchaft zum Teufel gefahren, wenn dieſer einmal hereincitirt worden durch ruchloſe Hand.“
Catharina ſchlug drei Kreuze und ſeufzte.
„Und ſehn wir's nicht an Adelinen,“ fuhr Lips deelamirend fort,„mit der geht's ganz miſerabel. Ich war geſtern drinnen bei der Herrſchaft. Es iſt kein Segen mehr.“ 3
Jetzt vermehrte ſich das Küchenperſonal um eine Perſon. Es war Florian, der ehemalige Reitknecht, ſpäter Kutſcher des Baron von Eichberg, der auf ſeine alten Tage das Gnadenbrot ſeiner Herrſchaft genoß. Er wollte Catharinens Küchenfeuer benutzen und ſetzte ſein Töpfchen daran.
„Wertheſter Herr Florian,“ begann Lips,„Sie ſind ein erfahrner, aufgeklärter Mann, Sie haben ge⸗ dient unter dem großen Kaiſer Napolevn, Sie haben Deutſchland befreit; was halten Sie von den räthſel⸗ haften Gartenpromenaden des Herrn Verwalters?“
„Narrenspoſſen,“ meinte Florian trocken, der ſich aus den Apoſtrophen des Küchenjungen wenig zu ma⸗ chen ſchien,„was wird's ſein, er fängt Maulwürfe.“
„Maulwürfe!“ riefen alle Drei im Tone getänſch⸗ ter Erwartung. Aber Lips faßte ſich ſchnell, trat mit untergeſtemmten Armen vor Florian:„Maulwürfe? Wo ſollen denn jetzt im Herbſte Maulwürfe herkom⸗ men? He? das müßte eine beſondere Art ſein. Und damit ſie nicht eſchappiren, darum wohl wird alle⸗ mal die Thür ſo ſorgfältig verſchloſſen? Wind, Herr Florian, Wind!“


