Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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die Köpfchen. Das mütterliche Gelübde war den from⸗ men Kindern nicht hinweg zu disputiren.

Endlich kam der Papa herbei, und als er den Grund unſeres Streites vernommen, war er ganz meiner Meinung. Er vereinigte ſich mit mir und dem Hauptmann, und erſt dieſen vereinigten Kräften gelang es, die rothe und blaue Schleife proviſoriſch durchzuſetzen. 5

Aber, bemerkte Amalie, nachdem wir in dieſer wichtigen Angelegenheit endlich auf's Reine waren,wie da, wenn wir Zwei einmal die Schleifen verwechſeln?

An dieſen außerordentlichen Fall hatte ich freilich nicht gedacht, der Hauptmann auch nicht. Ich verge⸗ genwärtigte mir den beiſpielloſen Wirrwar, der dann entſtehen müßte, wußte für den Augenblick keinen Rath, und mir blieb darum Nichts übrig, als bittend und beſchwörend die Hände zu erheben:

Kinder, rief ich,frevelt nicht, verſündigt Euch nicht, und treibt kein loſes Spiel mit Euren rechtſchaf⸗ fenen Bräutigams.

Die Mädchen mußten mit Hand und Wort mir ſowohl wie dem Hauptmann geloben, mit ihren Wahr⸗ zeichen keinen böſen Tauſch zu treiben. Der Herr Papa wax Zeuge dieſes feierlichen Gelöbniſſes, das mich einigermaßen beruhigte.

Noch in derſelben Stunde erſchienen Emilie und Amalie mit der blauen und rothen Schleife, welche ihnen ganz gllerliebſt ſtand. Ich war ſeelenvergnügt, dieſes liche Mittel ausfindig gemacht zu haben; jetzt wußte ich wenigſtens, welche ich vor mir hatte, ob die Geliebte oder deren Fräulein Schweſter.

Die Abendmahlzeit, welche der Decvrirung folgte, gehörte zu den ſchönſten Feſtlichkeiten meines Lebens. Ich ſaß neben Malchen und Milchen, und mir ward