Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Herzens fort,ſtellt Euch zum Guckuck nur einmal ne⸗ ben einander, iſt's denn keine Möglichkeit, ein Merk⸗ zeichen aufzufinden?

Alles vergebens, antwortete der Hauptmann, der jetzt lachend ſein Malchen herbeiführte;ich habe mir alle Mühe gegeben. Du mußt wiſſen, theurer Freund, daß, bevor ich meinen kleinen Telegraphen errichtet, mir es nicht beſſer als Dir gegangen iſt, und ich Deiner Emilie ſchon mehrmals aus Herzens⸗ grunde den Hof gemacht habe.

So? ſprach ich im bedenklichen Tone,das iſt eine ſehr ſchlimme Sache, welche nach meinem Erach⸗ ten beſeitiget werden muß. Ich ſchlage daher vor, wenigſtens ſo lange unſere beiderſeitige Anweſenheit hierſelbſt dauert, daß Malchen eine rothe und Milchen eine blaue Schleife auf der Bruſt trägt; dieſes ein⸗ fache unſchädliche Mittel wird alle Verwechſelung wohl⸗ thuend beſeitigen.

Die beiden Grazien wollten von dieſem wohl⸗ gemeinten Vorſchlage im Anfange Nichts hören, weil er dem mütterlichen Gelübde zuwider und deshalb un⸗ ſtatthaft ſei.

Ei was, entgegnete ich,dieſe gleiche Tracht hatte Nichts auf ſich, als Ihr noch als kleine drollige Mädchen umherliefet; jetzt, wo das Haus voller Freier ſteckt, haben ſich die Umſtände geändert; unter derma⸗ ligen Verhältniſſen würde ſelbſt die gute ſelige Mutter ein Auge zudrücken; oder wollt Ihr, daß der Haupt⸗ mann und meine Wenigkeit tagtäglich von der Furie der Eiferſucht wie beſeſſen durch alle Zimmer und Ge⸗ mächer gepeitſcht werden? Nicht wahr, Hauptmann?

Der Hauptmann geſtand dies als verſtändiger Mann zu. Die Mädchen aber ſchüttelten fortwährend