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von Neuem Gelegenheit, die wahrhaft überraſchende Aehnlichkeit des ſchönen Schweſternpaares zu bewun⸗ dern. Die blaue Schleife war und blieb indeß mein Polarſtern, der mich vor Irrfahrten ſchützte. Wäre er nicht geweſen, ich würde nie gewußt haben, ob ich vor Milchen oder Malchen mein Herz ausſchüttete.
„So lebte ich herrlich und in Freuden ganzer acht Tage, und daß die Mädchen ihr Gelübde gehalten, glaube ich aus dem Grunde abnehmen zu dürfen, daß bei meinem Abſchiede die blaue Schleife bitterlich weinte, und mir viel weiter das Geleit gab, als die rothe, welche mit ihrem Hauptmann alsbald nach dem Parke zurückkehrte.
„Als ich nun mit meinem getreuen Rappen wieder die einſame Straße dahin trabte, herausgeriſſen aus dem warmen Lerchenneſte, in dem ich ſo heimiſch ge⸗ worden, war mir das Weinen gleichfalls näher als das Lachen; doch die ſchöne Hoffnung, recht bald wie⸗ derkehren und binnen Jahr und Tag meine theure Emilie heimführen zu dürfen als Gattin, tröſtete mich.
„Wohlbehalten langte ich in der Heimath an. Mein geſtrenger Herr Vater war ob des gehorſamen Sohnes, der die vorgeſchlagene Braut ohne alle Oppo⸗ ſition beſtens acceptirt hatte, außerordentlich zufrieden. Er ließ ſofort eine Flaſche Johannisberger holen, wel⸗ chen Befehl er nur bei ſehr guter Laune ertheilte, und wir tranken das duftende, flammende Gold auf das Wohl meiner Emilie.„
„Daß ich mir jetzt öfters Urlaub aus vi zu ei⸗ ner Reiſe nach Lindenthal, verſteht ſich; und bei mei⸗ nem jedesmaligen Beſuche trug Emilie die— blaue Schleife; ſie trug dieſelbe, als ich ſie heimführte als Frau Gerichtsdirectorin nach Burgſtädt, und trägt ſie zur Erinnerung an jene ſeligen Zeiten noch heut⸗


