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ſo einem Mordſchützen, wie der Hauptmant unbeſtrit⸗ ten war, todt ſchießen zu laſſen.
„Mein ſehr verehrter Freund,“ begann ich dem⸗ nach,„unſere Streitſache hat wider Erwarten eine ſo überraſchende Wendung genommen, daß ich ein fried⸗ liches Ausgleichen weder unſerer Ehre zuwider noch überhaupt für unmöglich halte.“
„Wie ſo?“ frug kurz und mürriſch der Hauptmann, „haben Sie nicht meiner Braut zu Füßen gelegen?“
„Ich kann das nicht läugnen, Verehrteſter,“ ge⸗ ſtand ich;„aber entſchuldigen Sie gnädigſt, ich glaubte ja, es wäre meine Braut.“
„Ihre Braut?“ fuhr hier der Hauptmann noch erboſter auf,„deſto ſchlimmer, wir ſchießen uns nun über das Schnupftuch.“
„Ei, ſo wollen wir doch,“ rief ich, ebenfalls auf⸗ gebracht über die Mordluſt des deſperaten künftigen Schwagers,„uns gleich die Piſtolen unter die Naſe halten. Kurz und gut, ich war im Irrthum, ich bitte Sie um Verzeihung; aber todtſchießen mag ich mich nicht laſſen, welchen Vorſatz kein vernünftiger Menſch mir verdenken wird.“
„Herr Wolbrecht, welcher unſern Streit vernom⸗ men hatte, kam jetzt herbei und bald gelang es dieſem trefflichen Manne, nachdem beide ſtreitenden Parteien ihre Sache vorgebracht hatten, den Frieden unter den zwei künftigen Schwiegerſöhnen herzuſtellen. Der Schnauzbart, der kurz vorher mich in Grund und Boden ſchießen wollte, fiel brüderlich in meine Arme; wir küßten uns, und die Freundſchaft war geſchloſſen.
„Unterdeß war auch Emilie herbeigekommen und nahte ſich ein Engel der verſöhnenden Liebe. Ich eilte dem himmliſchen Kinde entgegen, und wollte es in Stolle, ſämmtl. Schriften. V.


