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„O mein hochverehrter, väterlicher Freund,“ rief ich zu Wolbrecht gewendet,„ſo bin ich doch zu mei⸗ nem Glücke in Ihr Haus gekommen; ſo wiſſen Sie denn, ich bin der Glückliche, den Sie nicht kannten und der ſich rühmen kann, ſchon lange Emiliens Herz gewonnen zu haben.“
„Was muß ich hören, meine Tochter?“ frug nicht ohne freudige Ueberraſchung der Vater; und als Emi⸗ liens beredtes Schweigen keinen Zweifel ließ, rief er mit väterlicher herzinniger Freude:„An mein Herz, theure, geliebte Kinder!“
„Wir ließen uns das nicht zweimal ſagen, flogen dem Alten in die Arme und empfingen auf der Stelle den Segen für den Bund unſerer Herzen.
„Dieſe Scene hatte mich ſo erſchüttert, Freude hat ſtets etwas Erſtickendes, daß ich hinaus mußte in's Freie, um meinem übervollen Herzen Luft zu ma⸗ chen. Ich war kaum einige Zimmer durchlaufen, als mein böſer Feind, der martialiſche Hauptmann ruhig auf mich zuſchritt.
„Gut, daß ich Sie treffe,“ hub er mit eiſerner Schlachtenruhe an,„ich bin der Beleidigte und habe die Wahl der Waffen. Ich ſtimme für Piſtolen, wir ſchießen ſo lange, bis Einer fällt; nur der Eine darf lebend vom Platze. Kommen Sie, für Waffen und Secundanten iſt geſorgt, der Platz gewählt. Dergleichen Sachen muß man nicht auf die lange Bank ſchieben.“
„Mögen Philoſophen noch ſo regelrecht demonſtri⸗ ren, daß der Tod am ſüßeſten ſei, unmittelbar nach dem Genuſſe des höchſten Glückes, daß er dann als lächelnder Knabe erſcheine, ſo muß ich dieſem Gerede auf das Beſtimmteſte widerſprechen. Ich wenigſtens für meine Perſon, hatte ganz und gar keine Luſt, jetzt, wo meine himmliſche Emilie wiedergefunden, mich von


