Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Nichts übrig, für mich, der mit ſo gereifter Philo⸗ ſophie in das Thal herabgeritten war. Daß Jungfer Wolbrecht ſich ebenfalls verliebt haben könne, daran hatte mein Hochmuth mit keiner Sylbe gedacht. Dieſe Liebſchaft kam mir übrigens jetzt äußerſt fatal, ſie raubte mir die ſchöne Gelegenheit, an der treuloſen Emilie Rache zu nehmen. Dazu war ich noch mit dem Hauptmann von der Garde zuſammengerennt; ohne Duell ließ ſich die Sache gar nicht ausgleichen, dieſer Kriegsmann ſchien mir nicht zu den Frömmſten zu gehören.Eine ſchöne Brautfahrt, dachte ich ſeufzend,wo man die Geliebte verliert, die verhoffte Braut verſagt findet, und zum Lohne für all dies Mißgeſchick noch in die Gefahr läuft, todtgeſchoſſen oder geſtochen zu werden. Wär ich doch zu Hauſe bei meinen Aeten geblieben.

Indeß, unterbrach Freund Wolbrecht in froher Laune meine düſtern Gedanken,damit Sie wenig⸗ ſtens ſehen, was Ihr Herr Vater Ihnen ausgeſucht, und daß ſein Geſchmack ſo übel nicht war, ſo beglei⸗ ten Sie mich nach dem Zimmer meiner Tochter. Emilie wird ſich freuen, Ihre Bekanntſchaft zu machen.

Schon wieder eine Emilie, dachte ich,der Name ſpielt mir ja grauſam mit. Sollte etwa ein Gedanke durchzuckte mein Innerſtes doch nein, das war nicht möglich; meine Emilie war ja die Braut eines Haudegens, der mich ſo energiſch bei den beiden Achſeln gefaßt und geſchüttelt, und jetzt gar nach meinem Leben trachtet.

Unter dieſen Betrachtungen trat ich mit Herrn Wolbrecht in das Zimmer ſeiner Tochter. Ich blicke auf und glaube, der Schlag ſoll mich von Neuem treffen; da ſitzt meine treuloſe Emilie in der Ottv⸗