Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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lendem, aber feſtem Tone,der gerade Weg iſt der beſte, offen heraus, das Herz meiner Tochter iſt nicht mehr frei; Ihr Herr Vater, Sie verzeihen mir, hat ſeine Grillen, darunter gehören ſeine Heirathsprojecte, Gott iſt mein Zeuge, daß ich Nichts gegen Sie habe, mein junger Freund, aber meine Tochter würde eine Verbindung mit Ihnen nur gezwungen eingehen, und welcher rechtliche Vater wird ſein Kind in dieſem Falle zwingen? Ich ſelbſt kenne die Wahl meiner Tochter nicht; ich weiß nur, daß ſie liebt, innig liebt, und daß der Gegenſtand ihrer Liebe werth iſt, obſchon Verhältniſſe eine baldige Verbindung noch nicht ge⸗ ſtatten.

Geehrteſter Herr Wolbrecht, antwortete ich, ſeien Sie auch meinerſeits verſichert, daß eine Ver⸗ bindung mit Fräulein Tochter, deren Bekanntſchaft ich gänzlich entbehre, mir nicht in den Sinn gekom⸗ men iſt. Auch mein Herz iſt nicht mehr frei. Ich liebte, obſchon ich ſchändlich betrogen ward. Sie kennen meinen Vater, Widerſpruch erträgt er nicht, ich benutzte daher die Reiſe nach Lindenthal als eine angenehme Frühlingspartie, die mich auf mehrere Tage von dem Actentiſche befreite.

Jetzt erſt umarmte mich Herr Wolbrecht mit vä⸗ terlicher Innigkeit.

So ſprechen wir über angeregten Caſus nicht mehr, ſprach er,Sie ſind mein herzliebſter Gaſt, bleiben bei uns, ſo lange es Ihnen gefällt, und mit den Heirathsprojecten des Herrn Papa wollen wir ſchon fertig werden, da wir gemeinſchaftlich agiren. Mir war ſonderbar zu Muthe. Ich befand mich eigentlich in einer verzweifelten Lage. Emilie war mir untreu geworden, Jungfer Wolbrecht nicht mehr zu haben, ſo blieb ja für mich Unglückſeligen gar