Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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loſe, leben und epiſtiren kann, werde ich nun Dir zum Poſſen Jungfer Wolbrecht heirathen.

Dieſer Plan ſchien mir ganz vortrefflich; er hatte meinen vollkommenſten Beifall, und ganz erfüllt da⸗ von kehrte ich nach Lindenthal zurück. Diesmal ging ich aber nicht durch den ppetiſchen Park nach dem Herrnhauſe, ſondern durch die Wirthſchaftsgebäude mit ihren Höfen, Stallungen und Taubenhäuſern; ich war daher bei dieſer zweiten Wanderung weit pro⸗ ſaiſcher geſtimmt, als das Erſtemal, auch kühler und reſignirter, aber im Innern voller Grimm und Rache⸗ gefühl.

Die Empfangsfeierlichkeiten bei Herr Wolbrecht waren bald überſtanden. Ohne große Anmeldung ward ich in ein freundliches Zimmer geführt, das nach dem Garten hinausging. Bald trat mein Schwieger⸗ vater in spe herein. Es war ein kräftiger, wohlge⸗ bauter Mann, noch in den beſten Jahren, mit offe⸗ nem biedern Antlitz. Der erſte Anblick gewann für ihn. Ich überreichte mein Creditiv, den Brief mei⸗ nes Herrn Vater, und während Wolbrecht das Schrei⸗ ben erbrach und durchlas, blickte ich bald hier⸗ bald dahin, ob nicht irgendwo ein hübſcher Mädchenkopf, der meiner Zukünftigen angehöre, zum Vorſchein komme.

Während dieſer Recognoscirung hatte ich gar nicht bemerkt, daß ſich Wolbrechts Stirn bei Durch⸗ leſung des Briefes ſichtbar mit Wolken überzogen hatte. Ich war der Meinung geweſen, der glückliche Schwiegervater würde mich unmittelbar nach der Lee⸗ türe überglücklich an's Herz preſſen und halb todt

drücken. Dem war nicht ſo. Er faltete ſchweigend

meines Vaters Brief zuſammen und reichte mir die Hand, die er innig drückte. Mein junger Freund, begann er in wohlwol⸗

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