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„gibt es einen Terminum im menſchlichen Leben, wo dieſer in der göttlichen und menſchlichen Ordnung der Dinge begründete Spruch zur Pflicht wird.“
„Eine höchſt weiſe Einrichtung,“ geſtand ich.
„Item der Herr Sohn,“ ſprach der Papa wei⸗ ter,„dieſen Terminum paſſirt, iſt es an der Zeit, mit Ernſt an justas nuptias zu denken, zu deutſch, ſich ein Weib zu nehmen. Für Brod iſt geſorgt, der Herr Sohn ſoll binnen Jahr und Tag in meinem Namen das Rittergut Burgſtädt adminiſtriren.“
„Ich ſaß im dritten Himmel, noch nie war mir das ſtaubige Actenzimmer in ſolcher Verklärung er⸗ ſchienen. Mein Papa ſaß vor mir wie ein Heiliger der Vorwelt, mit einem Heiligenſchein um das Haupt. Das Herz trat mir auf die Zunge und ich wollte eben das Bekenntniß meiner Liebe ablegen und das Bild meiner Emilie in ppetiſchen Farben dem gütigen Vater vorführen, als dieſer in ſtrengem Tone folgen⸗ dermaßen fortfuhr:
„Darum muß ich mir das zu Nichts führende Scharwenzeln unter dem Frauenvolke höchlichſt ver⸗ bitten. Nichts iſt einem jungen Mann, der einem ernſten Berufe nachſtrebt, ſchädlicher, als ſolche Alle⸗ weltcourmacherei. Sie koſtet Zeit, compromittirt den Mann und führt zu Nichts. Ich habe daher, was beſagte nuptias anbelangt, dem Herrn Sohne alle Mühwaltung erſpart und für eine annehmliche Partie Sorge getragen. Man hat weiter Nichts zu thun, als ſich der Jungfer Braut vorzuſtellen.“
„Mir ward's grün und blau vor den Augen; ich bekam Ohrenbrauſen und Schwindel.
„Aber geſtrenger Herr Vater“— ſtotterte ich.
„Nichts da,“ fiel dieſer nicht ohne Heftigkeit ein, „der Rappe ſteht im Stalle und Morgen geht's auf
Stolle, ſämmtl. Schriften. V. 4*


