Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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wo ſich mein Herr Papa auf ſeinem Arbeitszimmer befand, zur Sprache. Da ſich's nun leicht zutrug, daß in dem Laufe von ſechs Tagen mehrere Peccata unterliefen, ſo ſummirte ſich das Sonntags, wo dann ein förmlicher Gerichtstag daraus wurde.

Alſo nicht ganz ohne Bangen klopfte ich den nächſten Sonntag unmittelbar nach der Vormittags⸗ kirche an die Thüre der Studirſtube; denn obſchon ich ein großgewachſener Menſch und mündig war, hatte ich mir doch aus der Knabenzeit her einen großen Reſpekt vor meinem geſtrengen Herrn Papa bewahrt.

Auf das kategoriſcheHerein trat ich in's Zim⸗ mer. Mein Vater ſaß an ſeinem Pulte und ſchrieb. So wie ich hereingetreten, wendete er nur den Kopf ein klein wenig, deutete auf das Sopha, wo ich mich niederlaſſen ſollte, und ſchrieb ruhig weiter.

Da ſaß ich denn, voller Erwartung der Dinge, die da kommen ſollten. Daß mein Herr Vater etwas ſehr Wichtiges mit mir zu ſprechen habe, lag außer allem Zweifel. Endlich eine reichliche halbe Stunde war vergangen gewahrte ich, wie der Papa mit energiſchem Federzuge ſeinen Namen unter ſeine Schrei⸗ berei ſetzte und Streuſand darüber ſtreute. Er nahm hierauf eine Priſe, ſtand auf, ſchob den beſchriebenen Bogen in das betreffende Regal, rückte den Stuhl und nahm mir gegenüber Platz.

Herr Sohn, begann er in ruhigem, faſt gleich⸗ gültigem Tone,man wird ſich aus der heiligen Schrift entſinnen, daß es nicht gut iſt, wenn der Menſch allein ſteht.

Ich fand dieſen Ausſpruch der heiligen Schrift ſehr beherzigenswerth, und gab dies durch eine ſtumme Verbeugung zu erkennen.

Item, fuhr mein geſtrenger Herr Vater fort,

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