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Amtmännin,„es war Niemand anders, als meine Wenigkeit.“
„Schön,“ fuhr der Amtmann fort,„Du mußt es allerdings wiſſen, mein Kind; alſo vernehmen Sie, meine Freunde, wie mir es weiter erging. Ich war damals noch ein poetiſcher junger Mann und wufßte meine Redensarten, zumal wenn ich mit Emilien ſprach, ſo blumenreich zu ſetzen, daß, wie ich bald die herr⸗ liche Entdeckung machte, mir das geliebte Weſen nicht ungern zuhörte. Kurz, wir wurden bald Liebesleute und ſchwuren bei Sonne, Mond, Sterne, Planeten und Kometen, ohne einander nicht leben zu können. Da ſchlug die bittere Trennungsſtunde. Emilie mußte zu den Ihrigen, ich zu den Meinigen zurück.
„Alſo Liebe im Herzen, den Kopf voll juriſtiſcher Weisheit, die erſte Cenſur in der Taſche, reiſte ich nach der Heimath. Mir fehlte in der Welt Nichts, als ein Amt, und ich war ein gemachter Mann.
„Mein Herr Papa, als er die erſte Cenſur erſchaute, umarmte mich und ſagte, daß ihm das Geld, was er au mich gewandt habe, nicht gereue. Das war bei einem Manne, wie mein Vater, der mit Lobſprüchen äußerſt karg war, ſehr viel. Als bewährter Juris⸗ praktikus legte er mir manche juriſtiſche Nuß vor, um ſich zu überzeugen, ob es in meinem Kopfe auch wirk⸗ lich ſo ausſähe, wie das academiſche von dem Ordi⸗ narius und den Doctoren unterſchriebene Zeugniß beſage. Mein Herr Vater ließ ſich nämlich als prak⸗ tiſcher Geſchäftsmann vom Geſchriebenen nicht leicht irre führen; er ging der Sache ſtets auf den Grund. Als er ſich überzeugt, daß es in meinem Kopfe ziem⸗ lich juriſtiſch ausſah, war er ſehr zufrieden und er nannte mich von nun an ſeinen Herrn Sohn. Wie es jedoch in meinem Herzen ausſah, darnach fragte


