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Der Sonnabendelub bei Amtmann Bernhard machte hiervon eine rühmliche Ausnahme. Thee, zum Bei⸗ ſpiel, durfte das ganze Jahr nicht in's Haus, wofern nicht Eines ſeiner Lieben im Sterben lag, und dann auch nur Flieder oder Kamille. Die mediſirenden Schönen waren dem Amtmann gleichfalls ein Greuel, und er hatte gleich bei Conſtituirung ſeines Clubs ein Radicalmittel ergriffen, indem er, mit Ausnahme ſeiner trefflichen Gattin, die ganze ſchönere Hälfte des menſchlichen Geſchlechts von ſeiner Sonnabends⸗ Soiree ausſchloß. Er ging von dem Sprichworte un⸗ ſeres herrlichen Schillers aus, wo dieſer ſagt:
Ein halbes Dutzend guter Freunde höchſtens Um einen kleinen runden Tiſch, ein Gläschen Tokaierwein und ein vernünftiges Geſpräch, So lieb' ich'.
Da ſich dieſe vernünftigen Geſpräche oft in die Nacht ausdehnten, ſo hatte Freund Bernhard eben den Sonnabend gewählt, wo er den folgenden Sonntag⸗ morgen con amore ausſchlafen konnte.
In dieſem reinen Converſationsecirkel, jedes Spiel war ſtreng verpönt, kam das Jahr über Manches zur Sprache; bald im ernſten, bald im launigen Style. Am liebſten jedoch hörte man den Wirth ſelbſt erzäh⸗ len, wenn er Dies oder Jenes aus ſeinem mannig⸗ fach belebten Leben zum Beſten gab.
So trug ſich's eines Abends zu, daß die Rede auf die Art und Weiſe kam, wie jeder der verheira⸗ theten anweſenden Freunde zu ſeiner Frau gekommen; wie die Poeſie des Liebelebens und der roſigen Brautzeit allmälig in die Proſa des Ehelebens übergegangen war.
Nachdem ein Jeder ſeine diesfalſigen Erlebniſſe mitgetheilt, kam auch die Reihe an den Amtmann Bernhard. Dieſer trug zuvor ſeiner Gattin Emilie auf, die Punſchbowle von Neuem zu füllen, und als


