eu den ſechs Wochentagen, an welchen der liebe Gott die große, ſchöne Welt geſchaffen hat, war dem wackeren Amtmanne von Steinberg der Sonnabend der willkommenſte. Hatte an ihm die kleine Rath⸗ hausglocke des Städtchens die ſechſte Stunde des
Nachmittags verkündet, ſo hörte man den Wackern,
wenn nicht dringende Amtsgeſchäfte vorlagen, regel⸗ mäßig die Feder ausſpritzen. Die grünen Schreib⸗ ärmel wurden abgeſtreift, der verſchoſſene Canzleirock abgeworfen, der Actenſtaub abgewaſchen, kurz der ganze äußerliche Aetenmenſch abgeſchüttelt. Aber nicht blos den äußern Jurispractikus zog Freund Bernhard, dies war der Name unſeres Amtmanns, aus, auch den in⸗ neren; und derſelbe, der noch vor Kurzem ein zwei⸗ ter Minos und Rhadamandus vor den Bauern ſeines Amtsbezirks geſtanden, war der freundliche, joviale Mann, der in jeder Geſellſchaft wegen ſeines guten Humors willkommen war und gern geſehen ward.
Da das freundliche Städtchen Steinberg, lieblich zwiſchen Waldbergen, an einem ſanftblauen Fluſſe ge⸗ legen, ein integrirender Theil unſeres deutſchen Va⸗ terlandes war, ſo wird man ſich nicht verwundern, wenn es daſelbſt Clubs, Vereine, Aſſembleen, Picke⸗ nicks und dergleichen anmuthige Inſtitute gab, in wel⸗ chen der Thee und die Schattenſeiten des Nächſten nicht geſchont wurden.


