Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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die Beiden, ſelbſt freudig ergriffen und erwartungs⸗ voll, nach der Urſache von Fritzens Freude. Dieſer konnte lange keine Worte finden. Endlich rief er mit gefalteten Händen und die hellen brachen aus ſeinen Augen:*

O, meine Lieben, mein Vertrauen auf gute Menſchen hat mich nie betrogen! Ja, blickt fragend und verwundert auf mich, es klingt mährchen⸗ haft, aber es iſt wahr. Mein Freund Heinrich, für den ich vor einundzwanzig Jahren Bürgſchaft geleiſtet mit Hab' und Gut, iſt wieder gekommen, iſt da. Ueber das Weltmeer iſt er gekommen, da er auf wie⸗ derholt verloren gegangene Briefe keine Antwort er⸗ halten, um den alten Freund aufzuſuchen, ſeine Schuld zu löſen und zu beweiſen, daß Vertrauen und Treue in der Welt nicht blos eine ſchöne Dichtung ſind.

Ohne eines Wortes mächtig, vernahm der Bruder und Johannes die Wundermähr, als der fremde Herr vom Berge an Seraphinens Hand und von der fröh⸗ lichen Kinderwelt umjubelt, der Laube nahte. Fritz eilte dem Zuge entgegen und trat mit Heinrich in die Laube.

Kommt Alle herbei, meine Lieben, rief er,und ſeht einen Freund, an dem ich nie verzweifelt. O, es bleibt ein wahres Wort des heiligen Sängers: Was die innre Stimme ſpricht, es täuſcht die hoffende Seele nicht. O, mein Freund, fuhr er fort,wärſt Du auch als Bettler zurückgekehrt, mein Herz hätte darnach nicht gefragt; aber ſo biſt Du reich zurück⸗ gekommen und mir wird der ſeligſte Augenblick mei⸗ nes Lebens. Nicht ich bedarf Deines Mammons; aber hier ſteht ein alter Mann und dem will ich da⸗ mit den letzten Stachel aus ſeinem Herzen ziehen.