Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Er blickte lange in ſprachloſem Entzücken zu dem Greiſe.Mein Bruder, rief er unter hervorſtrömen⸗ den Thränen,Deine Ehre iſt gerettet Dein Name iſt rein!

Eine tiefe Stille erfolgte auf dieſe ſelige Scene. Peter Erasmus aber ſtand, die Hände gefaltet, re⸗ gungslos da. Das letzte ferne Abendroth warf ſei⸗ nen Roſaſchein über die hohe Geſtalt des Greiſes. Eine himmliſche Heiterkeit verklärte ſein Antlitz. Sein letzter, innigſter, heiligſter Erdenwunſch war erfüllt. Was er nie geglaubt, nie gehofft, hatte ihm Gott jetzt gegeben; die letzte Diſſonanz war verklungen und Alles Alles Harmonie. Da breitete er wie ein Heiliger die Arme ſegnend über die Seinen:

Lebt wohl, rief er,und glaubt es Alle Alle Alle es lebt ein Gott, eine Unſterblichkeit!

Es waren ſeine letzten Worte; er ſank auf die Laubenbank zurück; ſein Haupt neigte ſich über die Bruſt; er war nicht mehr.

Erſchrocken ſprangen Johannes, Fritz und Hein⸗ rich hinzu; als aber Johannes in das ſeliglächelnde Antlitz des Entſchlafenen ſah, hob er gefaltet die Hände zum Himmel und ſprach:Bitten wir alle Gott um ein ſolches Ende er hat das ſeligſte gefunden.

O, mein Bruder, ſprach Fritz mit erſtickter Stimme und ergriff die Hand des Erblichenen,ſo mußte ich Dir mit meiner Himmelsbotſchaft den Tod bringen; aber, fügte er ſanft getröſtet hinzu,Jv⸗ hannes hat Recht, den ſeligſten.

Seraphine war leiſ' weinend bei dem Entſchlafenen niedergekniet. Nur die älteren Kinder vermochten ih⸗ ren lauten Schmerz nicht zurückzuhalten.

Da rief verwundert der dreijährige Johannes;