Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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gerſohn Johannes zu ihm in die Laube und ſprach:

Väterchen, morgen könnt Ihr Euch freuen.

Mein guter Sohn, erwiederte ſanft der Greis, Ihr Lieben macht ja neih ganzes Daſein nur zu einer immerwährenden Freude. 3

Morgen zum Himmelfahrtsfeſte aber, fuhr Jo⸗ hannes fort,erfülle ich einen langgehegten Wunſch von Euch und predige über Euer Lieblingsthema.

Ueber fragte der Greis, und ſein erfreutes Antlitz ſchien zu verrathen, daß er das Thema ahne.

Ueber die Unſterblichkeit, mein guter Vater.

Der Greis reichte freudig dem Geliebten die Hand:

Dank Dir, Guter, ſprach er;ſtört mich auch kein Zweifel mehr über jenes Land, wie gern hör' ich doch Dein frommes Wort darüber an heiliger Stätte. Ach, fuhr er nach einer Pauſe fort, könnt' ich doch die Gewißheit, wie ſie in meinem Innern lebt, und die ſich nicht durch kalte Vernunftſchlüſſe hinwegdis⸗ putiren läßt, weil ſie vom Herzen empfunden wird, könnt' ich ſie doch bei meinem Hingange jeder zweifelvollen und unglücklichen Bruſt als himmliſches Vermächtniß zurücklaſſen.

Bei den Worten Hingang und Vermächtniß aber überkam dem Greis wieder der alte ihm ſo ſchmerz⸗ liche Gedanke, daß er künftig nicht einmal den Na⸗ men eines ehrlichen Mannes werde hinterlaſſen kön⸗ nen. Der alte Schmerz bemächtigte ſich ſeiner.

Johannes, der den Grund errieth, tröſtete ſanft.

Guter Vater, ſprach er,wie mögt Ihr Euch das Leben alſo ungerechterweiſe verbittern? Aufrich⸗ tige Reue hat Gott gewiß gern; aber er will darum nicht, daß ſich der Bereuende zugleich das Daſein ver⸗ gifte. Vertraut auf die Güte des Allbarmherzigen;