Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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in der ſchwerſten Stunde ſeines Lebens, verklärte ſich ſein Geſicht; er ergriff die Hand des Jünglings und rief auf's Höchſte bewegt:

Engel meines Lebens, Retter meines Kindes, Du ſprachſt wahr es gibt eine Vorſehung einen Gott eine Unſterblichkeit. Noch nie war ich ſo überzeugt, als in dieſem Augenblicke, o daß es mein letzter wäre.

Er ſank, von ſeinem Gefühle überwältigt, ohn⸗ mächtig auf ſein Kiſſen zurück.

Es war wohl an die zehn Jahre ſpäter, an ei⸗ nem ſchönen Frühlingsnachmittage, als ein fremder Herr, ſchon ziemlich bejahrt, durch blühendes Geſträuch ſich mühſam Bahn brach, um den freien Bergesgipfel zu erreichen. Als es ihm gelungen, ruhten ſeine Blicke lange auf der herrlichen Landſchaft, die ſich ringsumher ausbreitete.

Ich bin zwar von meinem Pfade abgekommen, ſprach der Fremde,aber die Ausſicht iſt belohnend.

Beſonders erregte die Aufmerkſamkeit und das Wohlgefallen des Wanderers ein kleines aber höchſt freundliches Landgütchen, das gerade am Fuße des Berges gelegen war und ſich mit ſeinen netten Wohn⸗ und Wirthſchaftsgebäuden, den friſchen Getreidefeldern und dem in vollet Blüthe ſtehenden Garten gar an⸗ muthig ausnahm.

Aber nicht die blühende Natur und reizende Lage allein waren es, welche das Intereſſe des Fremden auf ſich zogen, beſonders ergötzte ihn die idylliſche In wohnerſchaft des Gartens. Da ſaß ein Greis mit ſchneeweißem Haupte auf einer Moosbank und wiegte

einen kleinen muthwilligen Lockenkopf auf ſeinen Knieen,

während ein älterer Knabe und Mädchen um ihn her⸗