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„Wie ſoll ich ihnen vergelten, den Guten?“ ſprach der Vater; und nach einer Pauſe für ſich:„Es muß einen Gott geben, der das Gute vergilt.“
Seraphine erzählte ferner mit leiſem Erröthen:
„Auch mein Retter, Väterchen, iſt wieder ſichtbar geworden. Gleich am erſten Tage Deiner Krankheit fragte er nach Dir. Du warſt aber ſchon zu krank, als daß Du ihn hätteſt ſprechen können. Seit jener Zeit kommt er alle Tage und erkundigt ſich nach Dei⸗ nem Befinden.“
„Ach,“ ſeufzte der Geneſende,„daß uns die ar⸗ men edlen Menſchen erſt heimſuchen, wenn wir ſelbſt unglücklich ſind.“
„Wir ſind ja glücklich, guter Vater.“
„Führ' ihn gleich zu mir, meine Tochter, ſobald er kommt. Ich habe zwar kein Geld mehr, ihn zu belohnen; aber mein inbrünſtig Gebet für ſein Wohl wird der Vater im Himmel nicht unerhört laſſen.“
Da ſtreckte der treue Diener den Kopf durch die Thür:„Herr Johannes,“ ſprach er leiſe.
„Wer?“ rief Erasmus und fuhr ſeltſam bewegt
empor.
„Das iſt er ja, Väterchen,“ jubelte Seraphine und
hüpfte nach der Thür.
„Johannes— Dein Retter—2! ſtammelte Erasmus.
„Nur näher!“ ſprach Seraphine an der Thür: „Vater kann Sie jetzt ſprechen.“
Und herein trat ein Jüngling von kräftiger, edler Geſtalt, mit ſanftem, herzgewinnendem Antlitze, in ein⸗ facher Schiffertracht.
Er nahte ſich leiſe dem Bette. Als aber Eras⸗ mus die Züge ſchaute, die ihm ſo liebevoll gelächst


