Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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wehmuthsvoll auf Seraphinen,wir ſind nun arm, ganz arm, ſprach er kaum hörbar.

O, wir ſind reich, reich, jubelte das Mädchen und drückte liebevoll die väterliche Hand an ihre Bruſt, Du haſt ja den Himmel wieder, mein Vater.

Gern will ich's ertragen, ſprach Gott ergeben der alte Mann,aber Du, meine Tochter, die jetzt Armuth und Drangſale erwarten?

Gott wohnt auch unter den Armen, tröſtete fromm das Mädchen.

Ja, das ſind ſeine Lehren, ſprach Erasmus wunderbaraber wo iſt Er? Wo bleibt Er? Warum verläßt Er mich?

Wer denn, mein guter Vater? fragte Seraphine beſorgt.

Mein Engel, ſprach der Vater mit gefalte⸗ ten Händen.

Tiefe Wehmuth ſenkte ſich über das Antlitz des Mädchens. Sie wähnte, der Geneſende rede wieder irre; und um ihn auf andere Gedanken zu bringen, ſprach ſie ſanft und liebevoll:

Siehſt Du, mein guter, lieber Vater, ſeit Du den Himmel wieder gefunden, zeigt er ſich auch ſchon gnädig gegen uns. Onkel Fritz hat auf ſeinem Güt⸗ chen eine allerliebſte kleine Wohnung eingerichtet; Alles fix und fertig, und ſobald Du geſund biſt, ziehen wir gleich zu ihm. Er und die Tante erkun⸗ e ſich täglich nach Dir, waren auch zwei Mal ſelbſt in der Stadt, aber das böſe Fieber ließ ſie Dich nicht erkennen. Die ganze Familie freut ſich innig auf unſere recht baldige Ankunft.

Mein Bruder, ſeufzte Erasmus,den ich als reicher Mann ſo lieblos behandelte?

O, bitte, ſchweig, flehte Seraphine,Du haſt es ja nicht böſe gemeint, das wiſſen wir alle.