Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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umtummelten im kindlichen Spiele. Den Hauptgang daher kam eine madonnenhaft ſchöne Frau, ein klei⸗ nes Kind, wahrſcheinlich das Neſthäkchen der Familie, im Arme tragend. So wie die Kleinen die Mutter erblickten, eilten ſie ihr jubelnd entgegen, und der Lockenkopf auf den Knieen des Greiſes ſtreckte lächelnd die Händchen nach der Geliebten aus. Dieſe nahm ſogleich Platz auf der Moosbank, und verſchaffte durch allerlei Scherz und Kurzweil, das ſie mit den Kindern trieb, dem alten Manne eine ſelige Freude.

An einem offenen Fenſter des Wohnhauſes, deſſen Ausſicht nach dem Garten herausging, und das halb von blühenden Akazien umſchattet war, ſaß ein ſtatt⸗ licher Mann in den dreißiger Jahren. Er ſchrieb in den vor ihm liegenden Papieren; doch von Zeit zu Zeit ruhte ſein Blick auf der Moosbank; dann wen⸗ dete er ſich wieder ſtill und ſelig und ſchrieb weiter.

An dem einen Ende des Gartens, wo eine kleine

Weinanlage fröhlich grünte, ſah man einen ziemlich betagten Mann die üppig aufgeſchoſſenen Weinranken kunſtgemäß kürzen, damit der künftige Saft mehr der Traube als dem Holze zu Gute gehe. Ein ungefähr funfzehnjähriges blondes Mädchen ging ihm dabei fleißig an die Hand; während wahrſcheinlich ihr äl⸗ terer Bruder vermittelſt der rothlackirten Gießkanne einen furchtbaren Platzregen auf die friſchen Gurken⸗ und Salatbeete herabrauſchen ließ.

Der fremde Herr konnte ſich nicht ſatt ſehen an dem anmuthigen Landſchaftsbilde, als ihn nahende Heerdenglocken in ſeiner Betrachtung ſtörten. Ein al⸗ ter Hirt zog mit ſeinen Schafen grüßend vorüber.

Guter Freund, rief ihm der Unbekannte zu, wem gehört denn das allerliebſte Gütchen da unten?

Der Hirt kam näher, rückte ſein Mützchen und ſprach: