Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Erasmus athmete tief auf und ſprach leiſe:Ich fühle mich wieder reich.

Sie waren der Fiſcherhütte näher gekommen, als frommer Geſang durch die Nacht daher tönte.

Die Meinen ſingen ihr Abendlied, ſprach der Unbekannte, und die Beiden ſchlichen leiſe näher und lauſchten.

Der Sturm hatte ſich aber gelegt, klar ſtrahlte der Sternenhimmel in ſtiller Pracht, und wie von Engelſtimmen geſungen tönte das Lied daher:

Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glück erbauen, Und dem, der nich erſchaffen hat, Mit ganzer Seele trauen.

Er, der die Welt

Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen.

Was dem Erasmus noch nie begegnet war, eine Thräne trat ihm unwillkürlich in die Augen, und im Innerſten wunderbar ergriffen, trat er mit ſeinem neuen Freunde in die Hütte der Armuth.

Eine neue Welt erſchloß ſich hier dem einſt ſo reichen Manne; die Seligkeit der Armuth hatte er nie gekannt; er hatte nie daran geglaubt, daß es ohne Geldfäſſer und ohne die höhern Annehmlichkeiten des Lebens Zufriedenheit und Glück geben könne und das zufriedene Glück der Armen nur für eine ſchöne Dichtung gehalten.

Als er mit dem älteſten Sohne der Familie, das war ſein Retter in die armſelige Hütte trat, gab es ein wahrhaft kleines Auferſtehungsfeſt. Unter lautem Jubelgeſchrei ſtürzten die jüngern Geſchwiſter dem ältern Bruder Johannes, der mehrere Wochen abweſend war, entgegen, ihm Arme und Beine um⸗