Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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O, Seraphine! rief Erasmus händeringend, armes, verlaſſenes Kind.

Sie iſt ja nicht mehr verlaſſen, tröſtete ſanft der nächtliche Begleiter,Du biſt ihr wiedergegeben, wie Gott es gewollt.

Die Beiden hatten jetzt das Ende der Brücke er⸗ reicht. Noch immer führte der Unbekannte den vom Tode Geretteten und ſprach zu ihm voll Liebe und Gottvertrauen. Seine Rede, die Anfangs ſpurlos in dem zerriſſenen Gemüthe des unglicklichen zu ver⸗ hallen ſchien, begann allmälig einen ſchwachen Ein⸗ druck zurückzulaſſen, der allmälig tiefer und wohl⸗ thuender wirkte, je inniger, wärmer und überzeugender die Worte des Himmels von den ſeelenvollen Lip⸗ ven des wunderbaren Erretters klangen.

Dieſer hatte ſeinen Mantel um den Halberſtarr⸗ ten geworfen, und das entblößte Haupt des bejahr⸗ ten Mannes mit ſeinem Hute bedeckt. Jetzt ſprach er bittend und ſanft:Mein Freund, die Nacht iſt rauh, Du biſt erkältet; bevor ich Dich nach Deiner Wohnung geleite, folge mir nach der Hütte meiner Lieben. Es iſt zwar ſpät, aber wir finden ſie ge⸗ wiß alle noch wach, da ſie mich erwarten.

Unter Menſchen? fragte zaghaft Erasmus.

Es ſind gute Menſchen, tröſtete der Fremd⸗ ling,von ihnen fürchte nichts.

Ich folge Dir, ſprach wunderbar geſtärkt der Andere.

Plötzlich blieb Erasmus ſtehen:Gib mir Deine Hand, bat er.

Hier iſt ſie.

Er drückte ſie mit krampfhafter Innigkeit und flehte:Verlaß mich nicht wieder.

Ich verſpreche es Dir.