dert Beweiſe gegen die Unſterblichkeit ſorgfältig zu⸗ ſammengetragen hatte, und die oberhalb des Bureaus aufgehängt war. Ein verzweifelndes Lächeln zuckte über das verzerrte Geſicht.
„Jenſeits nichts,“ knirſchte er,„hier unten Schmach— Armuth— Verzweiflung!“ Er fuhr mit den Händen wie wahnſinnig in die Haare; ein ver⸗ zweifelter Entſchluß hatte im Innern gezündet. Er ſprang auf, eilte ans Fenſter und ſtarrte bewußtlos in die Nacht hinaus. So wie er zum Bewußtſein gelangte, übermannte ihn der Gedanke an ſeine ent⸗ ſetzliche Lage. Er ſah keinen Ausweg, keine Rettung; und ſo trat er denn feſten Schrittes zur Wanduhr, hob die bleiernen Gewichte aus, barg die Laſt in ſeinen Rocktaſchen und verließ eilends das Zimmer.
Bereits hatte er das Hausthor erreicht, als er, von einem Gedanken heftig ergriffen, ſchnell um⸗ kehrte. Er eilte auf ſein Zimmer, ergriff die noch brennende Aſtrallampe und durchwanderte leiſe und zitternd mehrere Gemächer.
Jetzt ſtand er vor dem Lager, wo Seraphine ſanft wie ein Engelsbild, von holden Träumen umflort, einem frohen Erwachen entgegenlächelte.
Ein unbändiger Schmerz bemächtigte ſich des un⸗ glücklichen Mannes. Er ſtarrte lange auf das holde Kind. Daß ſie nimmer erwache, raunte eine Stimme in ihm. Sein Blick ward immer unheimlicher, in ſeinem Hirn glühte es fieberiſch. Plötzlich entfernte er ſich, durchirrte die angrenzenden Gemächer und ſchien nach Etwas zu ſuchen. Er gelangte wieder auf ſein Wohnzimmer, taumelte nach einem Wandſchranke — da wehte Zugluft durch die offengebliebenen Thü⸗ ren und— die Lampe erloſch. Dichte Finſterniß umgab den Unglücklichen. Wie von Furien gepeitſcht,


