Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Der Banquier vergaß darüber eine Zeit lang ſeine unſterblichkeitsverſuche und ſtürzte ſich mit jugend⸗ licher Kraft in den Strudel der Geſchäfte. Er be⸗ rechnete, daß er, blieb er ſeinem zeitherigen Syſteme treu, fünf bis ſechs Jahre nöthig hätte, die empfange⸗ nen Wunden zu heilen. Dies war ihm zu lange, er ſehnte ſich nach Ruhe, und ſo begab er ſich auf das lockende Gebiet der Börſenſpeculativn, wo ihm ein paar Wochen die großen Verluſte wieder einbringen konnten. Hier aber war ihm das Glück entſchieden abhold. Er begann im Anfange mit kleinen Sum⸗ men und verlor ſie. Er wollte dem Schaden beikom⸗ men, wagte größere und verlor. Die Leidenſchaft des Spiels, die er ſein Lebelang verflucht und in ſeinem Innern eiferſüchtig verſchloſſen hatte, erwachte mit verdoppelter Kraft und ſchien ſich gleichſam rächen zu wollen. Seine Lage ward mit der Zeit immer gefährlicher, die Geſchäftsfreunde zogen ſich vorſichtig von ihm zurück.

Eines Tages kam der allgewaltige Bangquier, der vor Jahr und Tag noch über Hunderttauſende zu ge⸗ bieten gehabt, als armer Mann von der Börſe.

Der Abend war hereingebrochen, noch immer ſaß Erasmus in ſtarrer Verzweiflung an ſeinem Bureau und zerknitterte bewußtlos die daſelbſt aufgehäuften Papiere. Johann brachte Licht, der Herr bemerkte es nicht; der Diener that einige Fragen, keine Ant⸗ wort erfolgte. So vergingen wieder mehre Stun⸗ den; draußen war es Nacht geworden, das Leben auf der Straße und im Hauſe erſtorben.

Da fielen die ſtieren Blicke des Banquiers un⸗ willkürlich auf die Papptafel, auf welcher er die hun⸗