Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Dem kalten Verſtandesmenſchen ſchien eine Rüh⸗ rung anwandeln zu wollen; doch bezwang er ſie.

Auch ich, ſprach Seraphine weiter,durch Dein Beiſpiel verleitet, ſchwankte eine Zeit lang, weil ich meinem ſchwachen grübelnden Zweifelsſinne mehr Ge⸗ hör gab, als der lautern Stimme meines Herzens, die mich nie betrog. Ich war recht unglücklich, aber Gott erbarmte ſich mökſter; ich glaube wieder an ſei⸗ nen Himmel, ich bin überzeugt und glücklich. Va⸗ ter, flehte ſie in unnennbar ſüßem Tone,ſei es auch.

Wer ſagt Dir denn, daß ich es nicht bin? fragte dieſer mits.Es war unüberlegt von mir, Dich mit meinen eurioſen Anſichten bekannt zu machen. Es bleibe Jeder bei ſeinem Glauben, den ihm Ver⸗ nunft und Herz vorſchreiben. Bleibe auch Du, meine

Tochter, bei dem Deinen.

Was liegt an mir, ſprach traurig Seraphine, auch Du, alle gute Menſchen ſollen ihn haben.

Das ſind fromme Wünſche, mein Kind, die auf Erden nie in Erfüllung gehen.

Aber ſie müſſen es doch einmal, behauptete überzeugt das Mädchen;und iſt's hier nicht, iſt's dort; ſie zeigte zum Himmel.

Curivſe Logik, meinte Erasmus, und war nicht mehr überzeugt denn vorher.

Auf ähnliche Weiſe debattirten noch manchmal Va⸗ ter und Tochter mit einander.

Völlig unvorhergeſehene politiſche Ereigniſſe hat⸗ ten den Sturz mehrerer großen Handelshäuſer auf den erſten Handelsplätzen Europas zur Folge. Auch Peter Erasmus erlitt die bedeutendſten Verluſte.

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