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auf der Zunge, doch er kannte den Charakter Sera⸗
phinens; er ſprach daher ſo mild als möglich:„Meine Tochter, lerne die Welt kennen, wie ich, und Du wirſt Dich hüten, Deinem guten Herzen zu leicht Gehör zu geben. Sei verſichert, wäre Dir das Un⸗ glück auf einem armſeligen Leiterwagen begegnet, an⸗ ſtatt in einer eleganten Earroſſe, es würde Dir Ar⸗ men ſelbſt Dein Engel nicht beigeſpungen ſein.“
„Ich bitte Dich, ſchweig, Vater!“ rief das Mäd⸗ chen mit unterdrückten Thränen.
„Liebe Seraphne,“ fuhr erſterer im ruhige Tone fort,„Du befandeſt Dich in Folge des Schreckens in aufgeregtem Gemüthszuſtande; die plötzliche Er⸗ rettung aus drohender Lebensgefahr ließ Dir Alles in magiſchem Lichte erſcheinen. Der junge Menſch, der den Pferden in die Zügel fiel, that im Grunde nur ſeine Menſchenpflicht, und ſollteſt Du ihn in ruhigern Stunden wiederſehen, wirſt Du einen ge⸗ wöhnlichen Menſchen mit Schwächen und Mängeln und keinen Engel finden.“
Seraphine blickte eine Zeit lang wie ſinnend vor ſich hin, ſchüttelte dann ſtumm das Paupt und ver⸗ ließ eilends das Zimmer.
„Das fehlte,“ murrte Erasmus,„daß aus dem
Wagenmalheur noch eine Liaiſon hervorginge mit Gott⸗
weiß welchem Vagabonden. Das leidenſchaftliche, un⸗ erfahrene Kind iſt im Stande, mit ihrem ſelbſtfabri⸗ eirten Engel über alle Berge davonzulaufen, wie lieb ſie mich hat. Ich mag nicht daran denken,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„was geworden, wäre das Mädchen verunglückt; aber eine Pöbelliebſchaft kommt mir gleich nach der ewigen Verdammniß.“
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