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Die ſchönen Augen des Mädchens verklärten ſich von neuem— ſie ſtockte, erröthete— begann leiſe und erzählte endlich mit wachſender Begeiſterung. Wie ſie aufgewacht ſei, habe ein junger Mann, ihr Retter, wie ein Engel Gottes vor ihr gekniet und, als ſie ängſtlich nach dem Vater gefragt, im ſanften Tone ſie getröſtet; denn er ſelbſt hatte Sorge getra⸗ gen, daß dem Vater der Unfall verſchwiegen bleibe. Sie erzählte noch lange, konnte für das Lob ihres Erretters der Worte nicht genug finden, und ſank mit den Worten an den Hals des Vaters:„Gewiß, gewiß, es gibt eine Unſterblichkeit.“
Der Vater theilte keineswegs die Begeiſterung der Tochter, im Gegentheil furchte ſich ſeine Stirn immer bedeutſamer, und er fragte ziemlich kühl: „Wer iſt denn eigentlich dieſer Engel in Menſchenge⸗ ſtalt, dein Retter?“
„Ich habe es nicht erfahren können,“ ſprach Se⸗ raphine;„auch Johann kannte ihn nicht. Zu den reichen und vornehmen Leuten gehörte er nicht,“ ſetzte ſie nach einer Pauſe hinzu,„dazu war er zu ſchlicht gekleidet.“ ₰
„So?!“ tönte es noch kühler von Seiten des Väters.„Nun, wir werden den muthigen jungen Mann ſchon kennen lernen. Er wird die Belohnung für ſeine ſchöne That nicht im Stiche laſſen und ſoll keinen Knauſer in mir finden.“
Seraphine blickte verwundert zum Vater auf: „Glaubſt Du denn, daß er um eine Belohnung bei
Dir einkommen wird?“
„Warum nicht?“ fragte Erasmus gleichmüthig.
Das Mädchen ſtand gekränkt auf:„Wie wenig kennſt Du den Edlen.“
Dem Vater ſchwebte eine energiſche Strafpredigt


