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gehend, keine Antwort gab, nahm's Seraphine für Bejahung und hüpfte fröhlich davon.
„Nur dem Bettelvolke nichts geſchickt, bei mei⸗ nem Zorne!“ rief er der Davoneilenden nach,„der Pfennig wäre weggeworfen.“
Die Tochter vernahm nichts von dem liebreichen Nachrufe; Erasmus aber brummte für ſich:„Bürg⸗ ſchaft zu leiſten auf bloße Treue und Glauben, die Sprache hat kein Wort für ſolchen Wahnſinn.“
Es war nicht lange nachher, als eines Tages Herr Peter Erasmus mit der Feder einen langen Strich quer über das Papier zog.„Hundertſter Beweis,“ ſprach er, daß es keine Unſterblichkeit gibt.
Die Methode mit den Freiern war ſo übel nicht und
hat mich ein gut Stück vorwärts gebracht. Es ließ ſich's Mancher Mühe koſten; vergebens; unſer eins iſt nicht ſo leicht zu fangen. Doetor Leonhardt wollte mir ſogar ſein neueſtes Werk über die Analyſe des Unendlichen dediciren, damit ich ſammt ſeiner Scrip⸗ tur zur Unſterblichkeit gelange; ich bedankte mich. James Crok bot ſich zum Compagnon mit einer hal⸗
ben Million an, meiner Firma ebenfalls die Un⸗ ſterblichkeit zu ſichern. Was hilft mir eine un⸗
ſterbliche Firma, wenn ich ſelbſt zum Kuckuck gehe?“
Nach einer Pauſe ſprach er:„Hundert Beweiſe! Ein ſchönes Anhalten; bald hab' ich Gewißheit. Ich placke mich dann nicht länger für Andere. Seraphi⸗ nens Ausſteuer wird deponirt; was übrig bleibt, reicht hin, als Graf zu leben, und ich werd' es.
War ich kein Narr, ſo bekümmerte ich mich bereits
vor zehn Jahren um die Unſterblichkeit.“


